Wie aus den unsichtbaren Masken, sichtbare wurden…

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Irgendwo im weiten Weltall schwebt ein Planet auf dem die verschiedensten Lebensformen und Lebewesen zu Hause sind und auf diesem Planeten lebt unter den vielen verschiedenen Lebensformen eine Spezies, die sich von allen anderen unterschiedet, denn nur sie besitzt ein Ego.

Diese Spezies entwickelte sich über die Jahrtausende äußerlich immer weiter fort. Sie erfanden alle möglichen Dinge, um ihr Ego zufriedenzustellen, denn Egos sind von Natur aus faul und stehen ständig mit anderen Egos in Konkurrenz. Diese Art nannte sich Homo Sapiens (moderner Mensch) und da sie von ihrem Ego beherrscht wurden, wollte jeder besser sein als ein anderer ihrer Gattung. So entwickelte er sich äußerlich immer weiter fort, vergaß dabei aber seine innere Entwicklung und so gelangte er an einen Punkt, an dem er sich vor seinen Mitmenschen versteckte. Zuerst setzte er unsichtbare Masken auf und spielte anderen immerzu etwas vor, denn er hatte einmal gehört, dass Menschen soziale Wesen seien und nicht ohne den anderen überleben könnten. Also spielte er das soziale Wesen, das er in seinem Inneren nicht entwickelt hatte. Er hatte für jeden Anlass die passende Maske, die er sich aufsetzte und da das alle anderen auch taten, begegneten sich die Menschen nur noch mit „unsichtbaren“ Masken und spielten einander, wie auch sich selbst etwas vor.

Schwierig wurde es meist dann, wenn Menschen begannen sich gegenseitig anzuziehen, da sie ein tiefes inneres Loch spürten und hofften der andere könnte dieses Loch füllen. Bei den ersten Begegnungen spielten sie sich gegenseitig etwas vor, wie sie es gewohnt waren, aber irgendwann gab es immer mehr Augenblicke, wo sie die „Maskerade“ nicht mehr aufrechterhalten konnten, da es den Körper sehr viel Energie kostete und so fielen immer häufiger ihre Masken und zum Vorschein kam ein „anderer“ Mensch. Den Menschen zu dem man sich ursprünglich hingezogen gefühlt hatte, weil man in ihn seine Vorstellungen hineinprojiziert hatte und der diesen Vorstellungen nur deshalb entsprach, da er die passende Maske dazu aufsetzte, damit man die Illusion von ihm weiter glaubte, lies nun seine Masken fallen und man erkannte, dass man sich in die eigene Vorstellung verliebt hatte.

Nachdem über einige Generationen diese Maskerade immer weiter gelebt wurde und es nur wenige Menschen gab, die das erkannten und begannen bewusst authentisch zu leben, wurden die Masken, die den Generationen vorher „unsichtbar“ waren nun sichtbar. Das Außen spiegelte das Innere des Homo Sapiens wieder, indem die Regierungen der Welt eine Maskerade aufführten und so taten, als gäbe es eine Pandemie, wo man plötzlich quasi gezwungen wurde sein halbes Gesicht zu bedecken, also eine Maske anzuziehen. Die Lügen und der Selbstbetrug, den die Menschen über Generationen gelebt hatten, wie sie sich selbst und in ihren Familien belogen und betrogen, wurde nun durch die Regierungen sichtbar gemacht. Man belog und betrog die Menschheit und die Masse spielte dieses perfide Spiel mit, es war ja im Grunde nichts anderes, als das was sie gewohnt waren.

Es gab, wie es sie schon vorher gab, Menschen die begannen etwas zu begreifen, jedenfalls erkannten sie, dass es falsch ist, wenn man belogen und betrogen wird und dass man mit Masken die Mimik verhüllt, die wir Menschen aber benötigen, um adäquat kommunizieren zu können. Leider erkannten die Wenigsten dabei, dass es hier um ihren eigenen Selbstbetrug, ihre eigene Selbstlüge und ihre eignen „unsichtbaren“ Masken ging, das nur das Außen widerspiegelte. Diese Menschen leisteten Widerstand, um das Außen zu verändern, anstatt bei sich und ihrer Familie etwas zu tun.

Wie viele leben in Familien, wo ständig „unsichtbare“ Masken getragen werden, die man immer wieder erneuert, je nach Situation, wo man Menschen die einem am nächsten stehen sollten, belügt und betrügt, weil es eben bequem ist. Wo Masken fallen, wenn man andere mit der Realität konfrontiert, wogegen sich vehement gewehrt wird, wenn es sein muss sogar mit körperlicher Gewalt. Die Maske des lieblichen Mädchens und der guten Mutter, des guten Vaters und des liebevollen Jungen, fallen spätestens dann, wenn endlich einmal Tatsachen auf den Tisch kommen, anstatt ein Leben lang es anderen bequem zu machen, bis man selbst dabei draufgeht.

Die Abrechnung für jahrzehntelanges „unter den Teppich kehren“ kommt irgendwann mit Sicherheit. Unter dem Teppich von Familien, liegt meist so viel Dreck, dass es ein Wunder ist, dass er jahrzehntelang nicht auffällt. Schicksalsschläge bringen diesen Dreck oft ans Tageslicht.

Wie innen so außen, wie oben so unten. Das ist ein Naturgesetz. Dieses Gesetz wird immer wieder gern zitiert, aber umgesetzt bekommen es nur wenige.

Wir hätten nun die Chance endlich zu begreifen, dass es an uns selbst liegt und wir erst einmal damit beginnen müssten, unsere Masken zu entfernen, die „unsichtbaren“ wie die sichtbaren. Aber nein, wir zwingen jetzt sogar schon den Kindern die sichtbaren Masken auf und erziehen sie schon früh zu Gehorsam, Falschheit, der Lüge und dem Selbstbetrug. Es geht immer so weiter, von Generation zu Generation, dabei bekommen wir es jetzt sogar schon zu sehen, was seit Generation „unsichtbar“ war, aber es möchte keiner sehen. Es ist immer leicht im Außen etwas verändern zu wollen, als bei sich selbst zu schauen, was es zu verändern gibt.

©Jutta Velten