Das „Führer“phänomen

Das „Führer“phänomen

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Ich weiß, dass das Wort „Führer“ mit Adolf Hitler in Verbindung gebracht wird und man schon als „rechts“ und „Nazi“ gilt, wenn man dieses Wort benutzt, aber ich habe mir dabei durchaus etwas gedacht, darüber hier zu schreiben, denn gerade jetzt in der „Anti Corona Maßnahmen“ Bewegung, fällt mir extrem auf, dass Menschen sich wieder einen „Führer“ suchen und so einen regelrechten Hype um manche Leute machen, die lediglich ihre Meinung über YouTube verbreiten.

Ich beobachte das schon lange zum Beispiel bei den „Eso-Spiris“ die des Öfteren irgendwelche Leute zu ihren „Gurus“ machen, die etwas mehr erkennen, als andere oder auch nur, die ein bisschen anders denken. So gibt es Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft, die immerzu nach einem Anführer Ausschau halten, an etwas an dem sie sich festhalten können, den sie sich zum Vorbild nehmen etc.

Zur Zeit sind das für die Menschen, die vor Corona Angst haben, jene von denen sie glauben „gerettet“ zu werden (Politiker, sog. Fachärzte und Philanthropen) und für andere Menschen sind es die, die sich gegen das System stellen und gegen die „Corona Maßnahmen“ zu Felde ziehen bzw. die auf einen „Retter“ warten und die Hände in den Schoß legen. Da gibt es jetzt sogar schon welche, die Autrogrammkarten verteilen.

Liebe Mitmenschen, es geht im Moment um einen Virus (auch wenn es ihn nicht geben sollte) nicht um einen Menschen. Dieser Hype, um einzelne Menschen, die sich „Menschenfreund“ nennen, die behaupten andere schützen zu wollen oder andererseits ihren Mund gegen die unverhältnismäßigen Maßnahmen aufmachen, ist ekelhaft und dient nicht einem Systemwechsel oder einer tiefgreifenden Veränderung.

Solange Menschen immer und immer wieder und hier ist es völlig gleichgültig auf wessen „Seite“ sie stehen, einen Menschen zu ihrem „Anfürer“ oder „Guru“ machen, ändert sich nichts aber auch gar nichts! Es gibt viele Menschen, die etwas zu sagen haben und die sich nicht in den Vordergrund drängen, es gibt viele Menschen mit brilliaten Ideen, die jene mit inspirieren, die dann im Vordergrund stehen ohne, dass sie sich fühlen wie ein Star. Natürlich gibt es Menschen, die Pioniere sind und etwas ins Laufen bringen, aber das hätte jeder tun können, es heißt nicht, dass man diese Menschen dann auf ein Podest stellt. Menschen, die man auf ein Podest stellte, haben bis jetzt in den meisten Fällen, diese Macht, die ihnen durch ihre Mitmenschen gegeben wurde missbraucht. Den meisten Menschen bekommt es nicht, wenn man sie zu einem „Anführer“ hochstilisiert.

Einmal ist es eine Religion und dessen Oberhaupt, dann ein Präsident, dann wieder einer der angeblich mehr Erkenntnisse hat als andere usw., in die man seine Hoffnung setzt. Besonders in schwierigen Zeiten boomt der Ruf nach einem „Führer“, einem der die Massen mitzieht bzw. von der Masse zum „Führer“ gemacht wird. Das Phänomen ist seit Jahrtausenden immer wieder das gleiche. Wann begreift auch der letzte Mensch (und hier ist es völlig egal, welcher Richtung er folgt), dass alle Menschen gleich sind. Es gibt keinen, den man zum „Führer“ machen muss, es gibt auch keinen der mehr weiß, als ein anderer (auch Siddhartha Gautama war ein Mensch und wusste nicht alles, er konnte z.B. nicht ganzheitlich denken ) Wünschenswert wäre es, wenn wir Räte ins Leben rufen würden, in denen die gleiche Anzahl Frauen und Männer jeweils aus den verschiedenen Berufsgruppen und zwei oder drei holistisch denkende Menschen, Weise (die viel Wissen von allem haben, aber nicht bis ins Detail spezialisiert sind) sitzen. Die Mitglieder des Rates vertreten ihre Bürger, wobei die Bürger immer dazu abstimmen dürfen, was der Rat beschlossen hat. Also zuerst wird im Rat über ein Thema abgestimmt, dann lässt man die Bürger abstimmen. Für dieses Modell wären kleine Lebensgemeinschaften/kleine Gemeinden, die für ihre Gemeinde selbst abstimmen richtig. Nichts muss zentral geregelt werden.

Vielleicht ist meine Idee von einer Gesellschaft ohne „Führer“ noch nicht ausreichend überdacht und ich stelle es mir zu einfach vor, aber ich weiß ganz sicher, dass eine Gesellschaft/eine Gemeinschaft zugrunde geht, wenn die Masse einer Ideologie, einem „Führer“ folgt.

Ich möchte euch bitten, keinen von den Menschen, die auf YouTube und sonst wo den Mund aufmachen, zu einem „Führer“ zu machen, indem ihr sogar schon Autogrammkarten fordert. Wie alt seid ihr? Kinder mögen ein Vorbild brauchen, dem sie nacheifern können, aber doch kein Erwachsener!? Gegen die Corona Maßnahmen gehen wir gemeinsam auf die Straße und wir freuen uns, dass es Menschen gibt, die unsere Ansichten öffentlich vertreten, die uns aus der Seele sprechen und wir ihnen dafür Beifall klatschen, aber das ist auch alles. Kein Heiko Schrang, keine Atilla Hildmann, kein Ken Jebsen usw. haben die Weisheit mit Löffeln gefressen. Man muss sie nicht auf einen Thron heben. Sie sprechen lediglich das aus, das wir denken, das ist alles.

©Jutta Velten

Jutta

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