Brief an die Hebammen, Doulas, Mütter und Frauen

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Diesen Brief widme ich allen Hebammen, Doulas, Müttern und Frauen.

Wir haben gerade die Chance ein System zu verändern und ich wünsche mir, dass die Hebammen, Doulas, Mütter und Frauen in Deutschland und Europa den Anfang machen.

Hebammen sind Frauen, die Geburten begleiten und das schon seit Anbeginn der Menschheit. Schon immer und in jeder Kultur gebären Frauen Kinder und schon immer erfahren Frauen durch andere Frauen, meist von denen die schon geboren haben Unterstützung während der Geburt ihrer Kinder und so entstand der Beruf der Hebamme. Dieser Beruf wurde ohne Klinikausbildung geschweige denn Studium von Hebammen an ihre Töchter, Enkel, Nichten, Schwestern, Nachbarinnen und andere Frauen des Dorfes die sich dazu berufen fühlten weiter gegeben. Die Hebamme bringt nicht die Kinder zur Welt, sondern sie ist zur Unterstützung, Erleichterung und im Notfall zum eingreifen da. Natürlicherweise besitzt jede Frau die Intuition und den Instinkt, selbst ihr Kind zu gebären und so sollte es wieder sein.

Ich wünsche mir von den Hebammen, dass sie in den Widerstand treten und die Ausbildung ihres Berufes in Kliniken und Universitäten vehement ablehnen. Dass sie wieder Haugeburten begleiten und ihren Beruf selbst den interessierten Frauen lehren.

Ich wünsche mir, dass alle Hebammen sich dagegen auflehnen, dass sie im Falle eines Todes von Mutter /und oder Kind zur Verantwortung gezogen werden können.

Ich wünsche mir, dass sich Hebammen, wie einst mutig, gegen ein zutiefst menschenverachtendes Leben erheben und klar machen, dass jede Mutter für ihr Kind und für sich selbst die Verantwortung trägt und kein anderer Mensch ihr diese Verantwortung abnehmen kann.

Ich wünsche mir, dass gerade die Hebammen aufstehen und erklären, dass der Tod zum Leben dazu gehört und dass jeder erwachsene Mensch selbst für sich verantwortlich ist und selbst bestimmen kann, ob und wann man stirbt. Da ein Kind die Frucht der Mutter ist, trägt sie auch die volle Verantwortung dafür und darf auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden außer, wenn sie ihr Kind mit voller Absicht ermordet.

Ich wünsche mir von den Hebammen, dass sie andere Frauen die in der Nachbarschaft leben und geboren haben, nach Absprache mit der gerade Gebärenden, einzuladen, dass sie so wie früher kochen, auf die anderen Kinder aufpassen und alles tun, um der Gebärenden die Geburt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ich wünsche mir von den Hebammen, dass sie die Doula (nichtmedizinische Helferin aus dem altgriechisch: Dienerin, Magd) nicht als Konkurrenz sehen, sondern sie als ihre Begleiterin einladen und den Frauen die Anwesenheit einer Doula empfehlen.

Doulas gab es schon immer, noch bevor der Beruf der Hebamme entstand, waren erfahrene Frauen, die selbst schon mehrmals Kinder geboren haben, bei jeder Geburt die in ihrer Gemeinschaft stattfand, dabei.

Ich wünsche mir von den Doulas, dass sie die Mütter ermutigen ihre Kinder auf natürlichem Weg zu gebären und ihnen vor, während und nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Ich wünsche mir von den Hebammen und Doulas, dass sie junge Frauen aufklären, damit diese ihre eigenen Traumata, bevor sie ein Kind haben möchten bearbeiten und sich lernen selbst bewusst zu reflektieren. Junge Frauen, sollten sich bei einem Kinderwunsch fragen, ob sie ein Kind bedingungslos lieben können und ob sie in der Lage sind, dem Kind artgerecht, d.h. wie von der Natur vorgesehen, das Urvertrauen und die Urerwartungen erfüllen können!

Ich wünsche mir von den Müttern, dass sie die Hebammen in ihrem Vorhaben unterstützen, denn es kann nur dann psychisch gesunde Kinder geben, wenn Frauen wieder ganz bewusst ihre Schwangerschaft erleben und sie selbst völlig intuitiv ihre Kinder zur Welt bringen und die Hebamme und Doula zur Unterstützung einladen.

Ich wünsche mir von den werdenden Müttern, zu lernen Vertrauen in ihren Körper zu haben, sich mit der Natur zu verbinden um ihr Kind artgerecht zu gebären.

Mütter haben seit Anbeginn und das die längste Zeit in der Menschheitsgeschichte ihre Kinder selbst geboren und der Mensch hat bis heute überlebt. Ja, natürlich kann es durchaus sein, dass ein Kind stirbt oder auch die Mutter, aber wenn wir den Tod nicht als Feind, sondern als Freund betrachten und ihn stets willkommen heißen, da er nichts ist, wovor wir uns fürchten müssen, werden wir auch das Leben so begrüßen können, wie es gemeint ist.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft von erwachsenen Menschen, die sich bewusst darüber sind, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Keine Regierung, kein Staat, kein Arzt und auch keine Religion kann die Verantwortung für das eigene Leben abnehmen.

Ich wünsche mir einen Systemwechsel, indem wir endlich wieder das Gleichgewicht zwischen den Polen herstellen und Frauen zu ihrem natürlichen Platz zurückfinden und wir den Naturgesetzen folgen.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, wenn der Mensch alles weglässt, womit er die Natur zu besiegen sucht und er wieder in den natürlichen Zustand zurückkehrt, also artgerecht lebt, dann werden wir zu einer Menschheit mit psychisch gesunden Kindern und Erwachsenen zurückfinden..

©Jutta Velten

Nach einer Legende des Talmud, besitzt ein Kind, wenn es geboren wird, noch das höchste Wissen aus seinem vorherigem Leben.

Doch dann erscheint ein Engel und gebietet ihm, dieses Wissen zu vergessen.

Der Engel legt seinen Finger auf die Lippen des Kindes – und es vergisst alles, damit es durch die Tür des Lebens treten darf.

Der Fingerabdruck des Engels bleibt als kleine Vertiefung zurück: zwischen Oberlippe und Nasenspitze.

Erst jetzt – folgt sein erster Schrei….

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