Auswandern, als einzige Option

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Ich fühle mich in diesen Tagen, wie die Juden damals im 3.Reich. Sollen wir gehen oder lieber hier ausharren und sehen, was kommt. Ehrlich gesagt, haben mein Lebensgefährte und ich schon eine Entscheidung getroffen – wir werden Deutschland und Europa, das sinkende Schiff, verlassen. Der Unterschied zu den Juden damals, sie konnten in ein anderes Land flüchten, heute wird das schwierig, denn fast jedes Land spielt bei dem „Schlumpfspiel“ mit. Also haben wir uns umgesehen und geschaut, wo es möglich ist vollständig autark leben zu können. Es muss ein Land sein, indem es immer warm ist und man auf seinem eigenen gekauften Land, machen kann was man möchte, ohne Bürokratie. Wir haben es gefunden und werden Anfang Dezember dorthin auswandern. In diesem Land gibt es zwar auch die „Schlumpfmaßnahmen“, aber nur in den Städten, auf dem Land interessiert das keinen. Ja, vielleicht gibt es auch da irgendwann die „Zwangsschlumpfung“, aber wenn wir ein Land haben, von dem wir leben können, tangiert uns das wahrscheinlich kaum.

Diese Welt (im Grunde ist es nicht die Welt, sondern die Menschen darin) spielt verrückt und ich habe große Sehnsucht, mich auf ein Stückchen Land zurückzuziehen und die verrückte Menschheit weitestgehend aus meinem Leben zu verbannen. Pflanzen und Tiere, werden unsere Nachbar sein oder auch ein paar Menschen, die mit uns auf diesem Stückchen Land leben möchten. Wir bauen uns selbst ein kleines Haus, das vollständig von öffentlichem Strom und Wasserversorgung unabhängig ist. Das Haus wird einen eigenen geschlossenen Strom und Wasserkreislauf besitzen. Wir werden Land haben, worauf Bäume mit Früchten wachsen und wo es fließend Wasser gibt.

Das Land in dem man aufgewachsen ist, indem man sozialisiert wurde, den Rücken zuzukehren ist nicht einfach, besonders, wenn man nicht mehr jung ist, aber wir möchten es wagen. „Etwas Besseres als den Tod, findest du überall.“ Dieser Satz stammt aus dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ und sagt genau das aus, wie mein Lebensgefährte und ich uns gerade fühlen. Ich bin sehr dankbar, dass ich einen Menschen getroffen habe, der sehr ähnlich wie ich denkt und fühlt und mit dem ich nun ein neues Leben wagen kann, denn wahrlich, etwas besseres als den Tod finden wir überall.

Lange habe ich nicht mehr auf diesem Blog geschrieben, weil ich einfach kaum Zeit finde und manchmal fällt es mir schwer, das was gerade in mir aufgewühlt ist und was ich fühle, zu sortieren und zu formulieren. Wenn wir ausgewandert sind möchte ich einen Vlog drehen und über unseren Hausbau und das Anlegen eines Permakultur Gartens berichten. Es wird vermutlich auch noch einen separaten Blog, der sich um das Thema auswandern etc. drehen wird, geben. Mein Buch „Zurück zum weiblichen Prinzip“, habe ich auf „Eis“ gelegt. Zur Zeit schreibe ich Kinderbücher, was mir viel leichter fällt. Vielleicht schreibe ich als alte Frau, dann das Buch für die Frauen, ich werde es sehen.

Lasst es euch gutgehen und ihr hört von mir.

Herzlichst eure Jutta